Schmierstoffe: Das unterschätzte Einsparpotenzial in Ihrer Produktion

Was als C-Artikel gilt, entscheidet über Stillstandzeiten, Verschleißkosten und Maschinenlebensdauer. Ein Leitfaden für Führungskräfte aus Finanzen, Controlling und Recht.
Ein Beitrag von
Dipl.-Ing. Gert Neukirch
Warum Schmierstoffe mehr sind als ein C-Artikel

Klein im Budget, groß im Ausfallrisiko

In Ihrer Rolle als Unternehmens- oder Hauptabteilungsleitung ist das Thema Schmierstoffe in der Regel kaum präsent. Das ist verständlich: Sie werden als C-Artikel eingestuft und sind so auch im Bewusstsein verankert.

In dem Augenblick jedoch, in dem sich ein Wälzlager dreht und damit zum Einkommen des Unternehmens beiträgt, wird die Angelegenheit interessant. Als wichtiges Maschinenelement trägt es maßgeblich die Verantwortung für den sprichwörtlich reibungslosen Produktionsprozess. Damit es diese Aufgabe zuverlässig erfüllen kann, benötigt es einen Schmierstoff in Form eines Öles oder Schmierfettes.

„Wer gut schmiert, fährt länger."
→ Dieser Grundsatz gilt in der Instandhaltung ausnahmslos.

Alle Schmierstoffe verschleißen. Werden sie nicht rechtzeitig ausgetauscht oder nachgeschmiert, führt das mittel- bis langfristig oftmals zum ungünstigsten Zeitpunkt zum Stillstand. Deswegen ist die vorbeugende Instandhaltung so wichtig.

Drei Ziele für messbare Kostensenkung

Schmierstoffe haben in vielen Fällen ein hohes, unterschätztes Kosteneinsparungspotenzial – produktspezifisch und prozesstechnisch. Je nach Anwendung kann ein besserer Schmierstoff die Maschinenlebensdauer verlängern, den Wartungsaufwand verringern oder den Verbrauch senken. Die Schmierstoffkosten selbst sind dabei im Vergleich zur erzielten Einsparung in der Regel vernachlässigbar.

  • Verschleiß und Stillstände vermeiden
Optimal eingesetzte Schmierstoffe reduzieren Maschinenausfälle und senken Ersatzteilkosten signifikant, gerade bei kostspieligen Anlagen.
  • Verbrauch und Energiekosten reduzieren
Bei Verbrauchsschmierstoffen lässt sich der Verbrauch bei besserer Schmierung senken. Geringere Reibung reduziert zudem den Energieverbrauch; insbesondere bei hohen Leistungsaufnahmen ab 20 A/380 V wird ein beachtlicher Effekt sichtbar.
  • Instandhaltungskosten senken
Durch bessere Qualität sinkt der Wartungsaufwand → weniger Personalstunden, längere Serviceintervalle.

Wie viel Potenzial zur Kostensenkung liegt in ihrem Betrieb?

Die Einsparung beginnt mit einer ehrlichen Analyse Ihrer aktuellen Schmierstoffsituation.

Sprechen Sie mit uns – wir beraten Sie gerne.
Übersicht

Standard oder Hochleistung: 

Was wird wann gebraucht?
Für industrielle Anwendungen stehen über 3.000 verschiedene Schmieröle und rund 64.000 Schmierfette zur Verfügung. Vereinfacht lässt sich unterscheiden zwischen:

Standardschmierung

In über 80 % der Anwendungsfälle im Einsatz, darunter klassische Hydrauliköle, Getriebeöle und Universalfette. Zuverlässig, bewährt und kosteneffizient solange keine besonderen Anforderungen bestehen.

Hochleistungsschmierung

Für Anwendungen mit besonders hohen oder speziellen Anforderungen. Der Kostenunterschied zu den Standardschmierstoffen ist erheblich, was sich aber im praktischen Einsatz sehr schnell relativieren kann.  

In der Regel sind es die Hochleistungsschmierstoffe, mit denen die größten Einsparungen erzielt werden können. Aber auch Standardschmierstoffe haben, je nach Anwendung, ein großes Potenzial. Unter Berücksichtigung des Umstellungsaufwandes beginnt das realistische Einsparpotenzial bei 5.000 € im Jahr und kann bei intensiver Fertigung leicht über 100.000 € jährlich erreichen.

Wissen vertiefen

Hochleistungsschmierstoffe im vergleich

Schmieröle

Diese Öle kommen immer dann zum Einsatz, wenn außergewöhnliche Zustände vorherrschen, die mit Standardölen nicht bewältigt werden können. Sie sind mit verantwortlich für den störungsfreien, verschleißarmen und ökonomischen Produktionsprozess. SIe wurden entwickelt für einen ganz bestimmten, eng umrissenen Anwendungsfall. Der oft verhältnismäßig hohe Preis resultiert aus den hochwertigen Rohstoffen und Entwicklungskosten bei im Verhältnis geringen Mengen.

Wichtig bei Produktwechsel: Der Wechsel auf ein anderes Hochleistungsöl benötigt hohes Expertenwissen. Es müssen interessante Kostenvorteile geboten sein. Der Aufwand im Vorfeld ist oft erheblich. Wenn es nur um den Preis geht, sollte der Aufwand immer gegen die tatsächliche Einsparung gerechnet werden.

Schmierfette

In der Regel sind das die Fette, die teuer erscheinen, aber: ihre Aufgabe rechtfertigt den Preis. Dieser Typ Schmierfett ist wie ein Maschinenelement speziell angepasst für die jeweilige Anwendung.

Das Vorschlagen von Alternativen ist tribologische Königsdisziplin und sollte ausschließlich von technisch-akademisch qualifizierten Experten vorgenommen werden. Einfaches Standard-Schmierstoffwissen reicht nicht aus. Fachwissen über Wälzlager, die Dimensionierung der Schmierung und die konkrete Anwendung sind unerlässlich.

Hinweis zur Beratungsqualität: Seriöse Anbieter werden bei geringen Mengen zunächst empfehlen, beim bisherigen Anbieter zu bleiben. Nur wenn ein Wechsel kostentechnisch wirklich interessant ist, erfolgt eine dedizierte Beratung. Dabei kann durchaus auch eine Verbesserung beim Wartungsaufwand und den damit verbundenen Kosten entstehen. Der Preis ist das eine – Umstellung und ihre Folgen das andere.

Häufige Fragen

Typische Warnsignale sind:

  • Lager- oder Getriebeschäden vor Ablauf der Herstellergarantie
  • steigende Ersatzteilkosten trotz gleichbleibender Produktion
  • auffällig kurze Wartungsintervalle oder ein unstrukturierter Schmierstoffeinkauf ohne technische Beratung.

Eine Analyse der aktuellen Schmierstoffsituation zeigt in der Regel schnell, wo konkretes Potenzial liegt. Dabei helfen wir Ihnen gerne weiter: Sie erreichen uns werktags von 9 Uhr bis 16 Uhr unter +49 9342 9169393 oder per E-Mail an support@neukirchlubrication.de.

Standardschmierstoffe lassen sich meist nach Herstellerfreigabe eigenständig wechseln. Bei Hochleistungsprodukten ist fachliche Begleitung wichtig: Die Dimensionierung hängt von Anwendung, Temperaturbereich, Lastprofil und Materialverträglichkeit ab. Ein falscher Produktwechsel kann mehr Schaden anrichten als der ursprüngliche Mangel.

Ein Wechsel ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn Verschleiß, häufige Wartungsintervalle oder hoher Energieverbrauch die laufenden Kosten treiben. Unter Berücksichtigung des Umstellungsaufwands beginnt das realistische Einsparpotenzial bei 5.000 € p.a., bei intensiver Fertigung kann es deutlich über 100.000 € p.a. liegen.

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